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2019
Klaus Ritgen
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Die Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft in der Berliner Republik


– GESCHICHTE DER FREIHERR-VOM-STEIN-GESELLSCHAFT, Teil 2 –

 

Die Geschichte der 1952 gegründeten Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft ist schon verschiedentlich nachgezeichnet worden, am ausführlichsten aus Anlass des 50. Jubiläums der Gesellschaft im Februar 2002.[1] Daran kann die nachfolgende Darstellung anknüpfen und wird sich dabei im Wesentlichen auf den Zeitraum von 2008 bis 2018 konzentrieren – nicht ohne den Blick immer wieder auf die Jahre davor und zumal auf die Ereignisse des Jahres 2007 zu werfen, in dem es den 250. Geburtstag des Reichsfreiherrn Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein zu feiern galt, der am 25.10.1757 in Nassau das Licht der Welt erblickte und zu dessen Ehre, wie es in ihrer Satzung heißt, die Stein-Gesellschaft gegründet wurde.[2]

 

Eine solche Fokussierung auf das letzte Jahrzehnt ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass es 2008 zu einem größeren Revirement an der Spitze der Stein-Gesellschaft gekommen ist. Denn die Mitgliederversammlung vom 29.9.2008 wählte nicht nur Dietrich H. Hoppen­stedt zum neunten Präsidenten der Gesellschaft,[3] sondern traf noch eine Reihe weiterer Personalentscheidungen:  


Zusammen mit Hoppenstedt neu in das Präsidium der Gesellschaft gewählt wurden Fritz Baur, Erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, Hans Bernhard Beus, ferner Stefan Dietrich, Ressortleiter Innenpolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wolfram Pyta, Leiter der Abteilung für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Stuttgart, Thilo Sarrazin, Senator für Finanzen der Stadt Berlin, und Joachim Wieland, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank, Hans Tietmeyer, der die Stein-Gesellschaft seit 1999 als Präsident geleitet hatte, legte dagegen sein Amt an diesem Tage nieder und schied auf eigenen Wunsch aus dem Präsidium aus, genauso wie die weiteren Präsidiumsmitglieder Heinz Duchhardt, der Stein-Biograph und Direktor der Abteilung für Universalgeschichte am Mainzer Institut für Europäische Geschichte, Manfred Erhardt, ehemals Senator für Wissenschaft und Forschung in Berlin sowie Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Eckhard Fuhr, seinerzeit Chef des Feuilletons der Tageszeitung „Die Welt“[4], Hans-Ulrich Predeick, Erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sowie Heinrich Siedentopf, ehemals Rektor und Inhaber des Lehrstuhls für vergleichende Verwaltungswissenschaft und Öffentliches Recht an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer.[5] Obwohl die weiteren Präsidiumsmitglieder Hans-Günter Henneke, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistags (im Präsidium der Gesellschaft seit 1999 vertreten), Sebastian Graf von Kanitz, als direkter Nachfolger des Reichsfreiherrn Eigentümer der Stein’schen Besitzungen in Cappenberg und Nassau (Präsidiumsmitglied seit 2005), Janbernd Oebbecke, Geschäftsführender Direktor des Freiherr-vom-Stein-Instituts sowie des Kommunalwissenschaftlichen Instituts an der Universität Münster (Präsidiumsmitglied seit 1998), Klaus Rathert, ehemals Oberkreisdirektor des Landkreises Celle und Präsident des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes (Präsidiumsmitglied seit 2001), Manfred Scholle, Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG[6] (Präsidiumsmitglied seit 1998), Ulrich Schröder, wenige Tage zuvor zum Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe berufen und zuvor im Vorstand der NRW.Bank tätig (Präsidiumsmitglied seit 2002), und Karl Teppe, Kulturdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der als Geschäftsführendes Präsidialmitglied der Stein-Gesellschaft fungierte, im Amt blieben, steht die Wahl Hoppenstedts und seiner Kollegen für einen bewusst vollzogenen, weitgehenden personellen Neuanfang, der auch zu einer Schärfung der thematischen Ausrichtung der Gesellschaft und zu einer stärkeren Präsenz im Zentrum des politischen Geschehens, also in Berlin führen sollte. Darauf wird – im Anschluss an kurze biografische Skizzen der Präsidenten der Stein-Gesellschaft im hier relevanten Zeitraum (sub I.) und einen Rückblick auf die Entwicklung der Gesellschaft bis zum Jahr 2008 (sub II.) – zurückzukommen sein.



[1]        Thomas Kleinknecht, „Staatsgesinnung“ und „Selbstverwaltung“ – Die Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft im Prozess der inneren Staatsgründung der Bundesrepublik, 2011; zu weiteren Darstellungen vgl. ebd., S. 16 mit Fn. 3.

[2]        Zur Biographie Steins vgl. nur Heinz Duchhardt, Stein, 2007.

[3]        Damit hat Hoppenstedt sein Amt also seit mehr als zehn Jahren inne, eine Amtszeit, deren Dauer nur noch von derjenigen des ersten Präsidenten der Gesellschaft, dem Oberbergrat a. D. Theo Keyser übertroffen wird, der die Geschicke der von ihm mit ins Leben gerufenen Stein-Gesellschaft von 1952 bis 1968 gelenkt hat. Zu Keyser ausführlich Kleinknecht (Fn. 1), S. 105 ff.

[4]       Fuhr war zuvor als politischer Redakteur und Ressortleiter für Innenpolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig.

[5]       Duchhardt, Erhardt und Fuhr hatten dem Präsidium seit 1998 angehört; Predeick seit 1999.

[6]       Scholle war von 1991 bis 1998 Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Nach seiner Tätigkeit dort trat er in den Vorstand der VEW AG ein und wurde nach der Übernahme dieses Unternehmens durch RWE Vorstandsvorsitzender der RWE Gas AG.

 

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